Unsere "Erste" weiter ungeschlagen

In der Verbandsliga-Nord des Schleswig-Holsteinischen Schachverbandes gibt es drei Spieltage vor Saisonende einen Vierkampf um den Aufstieg in die Landesliga. Dabei mischt unsere Erste Mannschaft – derzeit Tabellenzweiter – kräftig mit. Am 6. Spieltag – dem 05.02.2012 – kam es zum Spitzenkampf des Vierten gegen den Zweiten. Dabei setzte sich der Husumer SV gegen den SV VHS Rendsburg knapp mit 4½:3½ durch; gut für uns, weil wir beim gleichzeitigen 4:4 bei der SVG Friedrichsort in der Tabelle an den Rendsburgern vorbeimarschieren konnten. Vor allen steht weiterhin die SG Turm Kiel II. Die Oberliga-Reserve der SG Turm Kiel hält sich nach einem ebenfalls knappen 4½:3½ beim Schleswiger SV weiterhin überraschend an der Tabellenspitze.

Eigentlich wollten wir gegen den Tabellensiebten aus Friedrichsort als vermeintlich schwächerem Gegner mit einem klaren Sieg etwas für das Brettpunkteverhältnis tun, um bei Punktgleichheit mit Turm Kiel II und dem SV VHS Rendsburg an diesen vorbeizuziehen. Doch schon nach weniger als zwei Stunden verlor der bisherige Goalgetter Eduard Wiederkehr am 7. Brett nach etwas zu lockerer Partieführung mitten auf dem Schachbrett seine von Leichtfiguren umzingelte Dame. Obwohl er noch tapfer kämpfte, war nach bisher vier Siegen aus vier Spielen seine erste Saisonniederlage unvermeidbar (0:1). Kai Karl Krüger geriet nach etwa drei Stunden im Mittelspiel in eine Kombination mit Damenopfer und Matt- bzw. Abzugsdrohungen. Umstehende glaubten schon an seine Niederlage. Er gab aber nach vier Schachs gegen sich in Folge die Dame zurück und wickelte in ein Leichtfigurenendspiel gegen das Läuferpaar ab, in dem sein Gegner einen zwingenden Bauernverlust nebst Freibauernlauf nicht einberechnet hatte. So konnten wir ausgleichen (1:1). Manfred Homuth hatte am 1. Brett auf Angriff gespielt, einen Bauern geopfert, letztlich aber keinen durchschlagenden Erfolg, so dass er sich mit seinem Gegner auf Remis einigte (1½:1½). Der Ausgang der fünf verbleibenden Partien war zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Es war aber deutlich, dass es nichts mit dem gewünschten Kantersieg werden würde. Enrique Ruiz Hampel konnte am 2. Brett den Angriff seines Gegners am Königsflügel – der dafür einen Bauern gegeben hatte – abwehren und zu seinem zweiten Sieg in Folge kontern (2½:1½), während Ulrich Bußmeier am 8. Brett bei vielleicht besserer Stellung in beginnender Zeitnot – nur noch 7 Minuten eigene Bedenkzeit für 15 Züge – seine Partie Remis gab (3:2). Ralf Koch musste am 6. Brett nach Schwächung seines Damenflügels erst einen Bauern geben, um sodann dort förmlich erdrückt zu werden, bis er nach Figurenverlust schließlich aufgab (3:3). Bei diesem Stand kam es nun auf Matthias Braun und Rolf Möller am 4. und 5. Brett an. Während Matthias Braun ein Turmendspiel mit einem Minusbauern verteidigen musste, konnte Rolf Möller im Turm/Läufer-Endspiel die bessere Bauernstellung nutzen und Raum gewinnen. Matthias Braun fand leider nicht die allerbesten Verteidigungszüge, sodass sein Gegner im Turmendspiel den letzten Bauern durchbringen konnte (3:4). Aber Rolf Möller nagelte seinen Gegner mit dem Turm in der d-Linie und dem Läufer in der a2-g8-Diagonale fest, um gleichwohl mit den freigespielten a-Bauern und h-Bauern die gegnerischen Figuren abzulenken. So konnte er seine sehenswerte Dominanz auf dem Brett in einen Sieg zum 4:4-Unentschieden umsetzen.

Für unsere "Erste" geht der Kampf um den Aufstieg weiter. Am 26.02.2012 erwarten wir den Tabellenvierten aus Husum, am 18.03.2012 den Tabellendritten aus Rendsburg, stets in der Hoffnung, dass mit Siegen gegen diese Mitfavoriten sich zugleich noch Turm Kiel II einen Ausrutscher leistet. Nach dem leichten Umbruch, der nach dem Abstieg aus der Landesliga in der vorigen Saison – durch den Verlust von Jan Dreesen und Peter Krebs – entstanden ist, ist die jetzige Platzierung an 2. Stelle der Tabelle - immer noch mit Aufstiegsambitionen - ein guter Zwischenerfolg.

... und unsere "Zweite" weiter ohne Sieg

Am selben Tag zog es unsere "Zweite" auf die wunderschöne Nordseeinsel Föhr gegen die Mannschaft der Schachsparte des Wyker Turnerbundes. Netterweise holten uns zwei Gesandte vom Hafen ab und brachten uns zu einem Feuerwehrhaus in der idyllischen Ortschaft "Wrixum" (wie beruhigend, dass hier das Spiellokal war, denn die anwesenden Löschfahrzeuge konnten ggf. zu stark in Brand geratene Partiestellungen sogleich bekämpfen). Nachdem auch zwei Mannschaftsangehörige von der Nachbarinsel Amrum angekommen waren und die Begrüßungsansprache verklungen war, begannen wir eine dreiviertel Stunde vor "High Noon" mit den Partien.

Von den folgenden Auseinandersetzungen ausgenommen war unser Spieler an Brett 4 (Dieter Löwenstrom), dessen Gegner nicht erschienen war, wodurch wir zu einem kampflosen Punktgewinn kamen (1:0). Unspektakulär ging es auch an Brett 2 zu: sehr schnell wurde hier der Punkt zwischen Hanfried Kiesbye und seinem Wyker Gegner geteilt (1½:½). Spektakulärer ging es für Gerd Libuda an Brett 7 zur Sache, denn nach der langen Rochade und dem Verlust von zwei Bauern geriet sein König in einen unwiderstehlichen Angriff (1½:1½). Bruno Geruschkat hatte an Brett 3 nach 90 Minuten eine Qualität und zwei Bauern verloren, eine weitere Stunde später büßte er noch eine Figur ein und gab die aussichtslos gewordene Partie auf (1½:2½). Etwa eine Stunde später war auch Dieter Eigenberz' Spiel, das dieser lange Zeit ausgeglichen halten konnte, an Brett 6 beendet. Bewaffnet mit einem Mehrbauern und dem Läuferpaar, konnte sich sein Gegner im Endspiel gegen das Springerpaar durchsetzen (1½:3½). Nun zeigten wir aber, dass auch wir es "drauf" haben: Holger Hogreve hatte an Brett 5 im Rahmen eines sehr turbulenten Mittelspiels einen gegnerischen Läufer gegen einen eigenen Bauern auf dem Königsflügel erobert. Mit diesem Figurenvorteil konnte er das Endspiel für sich entscheiden (2½:3½). Zum 3½:3½ vermochte nach ca. vier Stunden Spielzeit der 16-jährige Mirco Beyer auszugleichen, als er den Nestor der gegnerischen Mannschaft - ungeachtet dessen großen Erfahrungsschatzes - in die Schranken wies. Nach einer b4-Eröffnung seines Gegenübers stärkte Mirco seine Bauernstellung und spielte sehr umsichtig sowie zurückhaltend (verzichtete z.B. auf einen anfänglich in Aussicht stehenden Bauerngewinn, da er den Verdacht hegte, dass dieser "vergiftet" sein könnte); im weiteren Spielverlauf ließ sich sein Gegner zu einer riskanten Offensive am Damenflügel hinreißen, was Mirco den Gewinn eines Bauern sowie eine sehr starke Stellung am Damenflügel einbrachte. Im Folgenden gewann Mirco noch einen weiteren Bauern sowie den weißfeldrigen Läufer, was sein Gegenüber schließlich zur Aufgabe bewog: (Ganz toll, Mirco! Und an dieser Stelle sei auch allen Jugentrainern unseres Clubs für ihr Frucht bringendes Engagement gedankt!) (3½:3½). Nun musste Olaf Zeuch an Brett 1 "nur noch" gegen seinen über 400 DWZ-Punkte stärkeren Gegner die bis dahin ausgeglichen gestaltete Partie zu einem gütlichen Remis-Ende bringen; zwei derartige Angebote hatte sein Gegner abgelehnt, als es bei gleicher Bauernzahl und jeweils einem schwarzfeldrigen Läufer in die letzten fünf Minuten der maximal möglichen Spielzeit ging. In der so genannten "Endspurtphase" - beide hatten fast gleich viel Zeit verbraucht und nur noch etwa je zweieinhalb Minuten auf der Uhr - machte Zeuch beim "Tanz der Bauern, Läufer und Könige" doch noch einen kleinen Fehler, der seinem Gegner reichte, um schließlich den f-Bauern zu gewinnen, wodurch dessen eigener g-Bauer zur Umwandlung in eine Dame marschieren konnte (3½:4½).

Trotz dieser knappen Niederlage sollten wir unsere Inselreise positiv in Erinnerung behalten, zeigte sich doch wieder einmal, dass wir uns auch gegen starke - in der Verbandsliga erprobte! - Gegner nicht verstecken müssen. Und so wie sich unsere Fähre den Rückweg durch das mit Eisschollen besetzte Wattenmeer bahnte, werden wir vielleicht auch am 26.2.12 im eigenen Hause die Klippen auf dem Weg zu einem Mannschaftspunkt zu umschiffen wissen. Die "Klippen" werden dann übrigens die Schachkameraden aus Kropp sein; auf gutes Gelingen!

 
Schach in Flensburg II

Am Sonnabend kam es zum Höhepunkt der Flensburger Schachwoche. Die Veranstalter hatten Aljoscha Feuerstack zum Simultanspiel eingeladen, unser ehemaliges, damals noch jugendliches Mitglied. Inzwischen ist er zum Internationalen Meister gereift und hat eine stolze ELO-Performance von 2438 Punkten. Seit einigen Jahren setzt sich Aljoscha für den SK Norderstedt ans Brett, spielt aber auch viele Internationale Turniere, z.B. in Pardubice, Wien, Groningen und Moskau - passend zu seinem Slavistikstudium. In der "Flensburg Galerie" saßen ihm am 28.01. nunmehr 20 Spieler gegenüber, begierig, ihm auf dem Brett möglichst viele Schwierigkeiten zu bereiten. Aljoscha besitzt nach eigenen Worten noch nicht sehr viel Routine beim Simultanspiel, aber er spielte zügig und vermittelte bei seinen Rundgängen einen souveränen Eindruck. Die Gegnerschaft war recht stark und es dauerte lange, bevor er erste Erfolge erzielen konnte. Die beiden Spieler unseres Vereins saßen nebeneinander und Bruno Geruschkat versuchte - in den Schuhen von Edmund Lomer - Aljoscha mit Skandinavisch zu beeindrucken, was aber nicht so recht gelang. Aljoscha siegte im Königsangriff. Claus Langmann wehrte sich tapfer gegen 1. c2-c4 und kam eigentlich während der ganzen Partie nie in Nachteil, so dass Aljoscha nach 44 Zügen in das Remis einwilligte.

Das war nicht das einzige Remis der Runde, weitere vier Spieler erreichten dieses ehrenwerte Ergebnis. Und Aljoscha musste sogar eine Niederlage hinnehmen: es siegte gegen ihn Stephan Millgramm vom ausrichtenden Flensburger SK.

Es war eine durch und durch gelungene Veranstaltung, die im gut besuchten Einkaufszentrum auch eine größere Zahl von Zuschauern erfreute.

 

Schach in Flensburg

 

Der Flensburger Schachklub richtet in der Woche vom 23.01. bis zum 28.01.12 zum dritten Mal eine Schachwoche in der "Flensburg Galerie" aus. Die Veranstaltung wurde am 23.01. mit einem Open für Senioren eröffnet. Aufmerksame Betrachter der nebenstehend abgebildeten Tabelle können erkennen, dass einer unserer Spieler an diesem Turnier teilgenommen hat. Weitere Veranstaltungen folgen, z.B. am Donnerstag ab 14 Uhr ein Open, am Freitag ein Partnerturnier und am Sonnabend ab 13:30 Uhr der Höhepunkt: ein Simultanspiel des uns sehr vertrauten Internationalen Meisters Aljoscha Feuerstack gegen 20 Spieler. Diese Plätze sind allerdings schon zur Gänze vergeben. Von unserem Verein werden Bruno Geruschkat und Claus Langmann an dieser Veranstaltung teilnehmen.

 

Wer sich über weitere Einzelheiten informieren möchte, kann sich hier bedienen.

Von der 1. Mannschaft ist kein Bericht über den gewonnenen Wettkampf gegen den Flensburger SK mehr zu erwarten, deshalb sei hier nur eine kleine Anekdote – erzählt von einem unbeteiligten Zuschauer – geschildert.

 

In der nebenstehenden Stellung hat der Weiße sehr lange an seinem nächsten Zug gegrübelt und dann – weil ihm der Verlust unvermeidlich schien – reichte er seinem Gegner zum Zeichen der Aufgabe seine Hand. Auf den ersten Blick: vorbildlich, denn allzu oft kann man im Gegenteil erleben, dass in absolut verlorener Stellung der richtige Zeitpunkt zur Aufgabe verpasst wird. Im konkreten Fall war aber die vermeintlich unvermeidbare Niederlage nicht nur zu vermeiden, sondern mit einigen eigentlich gar nicht so schwierigen Zügen in einen Sieg zu verwandeln. In der Hauptvariante 1.a5 h6 2.b4 h5 (Zugzwang!) 3.Kf4 Kxd5 4.Kg5 Kxd4 5.Kxg6 Kc4 6.Kxh5 Kxb4 7.g4 Kxa5 8.g5 b5 9.g6 b4 10.g7 b3 11.g8D kommt Weiß deutlich früher als sein Gegner zur Damenumwandlung und damit zum Sieg. - Dieser glückliche/unglückliche Punkt ist unserer Mannschaft zugute gekommen.

 

Unter der Überschrift "Komödie der Irrungen und Wirrungen" könnte dieses Partieende vielleicht ein Beitrag in einer Neuauflage von Christian Hesses Buch "Expeditionen in die Schachwelt" oder im nächsten Schachkalender von Arno Nickel werden.

Die 2. Mannschaft hat am selben Tag ihren Wettkampf gegen die 2. Mannschaft des MTV Leck verloren. Gleichwohl hat den Webmaster der folgende Bericht ihres Mannschaftsführers Olaf Zeuch erreicht:

"Da unsere Gäste zwei Stunden lang vergeblich auf ihren Spieler an Brett 1 warteten, ging der erste Punkt kampflos an uns und Alexander Koch konnte sich als Zuschauer verdingen (1:0). Frohe Kunde gab es alsbald auch vom Brett 8, denn Gerd Libuda konnte nach anfänglicher Hingabe von zwei Bauern eine viel versprechende Angriffsstellung aufbauen und dabei die gegnerische Dame gegen einen seiner Türme gewinnen. Diesen Vorteil brachte er siegreich ins Endspiel (2:0). Einen halben Punkt steuerte daraufhin an Brett 5 Dieter Löwenstrom bei, der in seiner Partie zunächst einen Bauern gewann und dann auch noch weiteren Vorteil erhielt, als sein Gegner einen Läufer für zwei Bauern gab. Nach Abtausch der meisten Figuren stand im Endspiel einer von Löwenstroms Läufern zwei Bauern des Gegners gegenüber, wobei keiner der beiden einen Gewinnweg sah (2½:½).

Nun brachen härtere Zeiten für unsere Mannschaft an, denn an Brett 4 musste Bruno Geruschkat nach dreieinhalbstündiger Spielzeit "die Segel streichen", nachdem er im 44. Zug seinen b-Bauern verloren hatte und im Endspiel unvorsichtig seinen letzten Offizier abtauschen ließ (2½:1½). In etwa fünfzehnminütigen Abständen endeten dann auch die Partien von Dieter Eigenberz (Brett 7), Holger Hogreve (Brett 6) und Hanfried Kiesbye (Brett 3) und nur Dieter Eigenberz konnte - souverän spielend - zumindest eine Punkteteilung erzielen, nachdem er eine schwierige Eröffnungsphase in ein ausgeglichenes Mittelspiel lenkte. Im Endspiel standen sich dann beide Kontrahenten mit gleicher Bauernzahl und ungleichen Läufern gegenüber, so dass das Remis unvermeidbar wurde (3:2). Hogreve hatte zu viele Bauern verloren und war dadurch im Endspiel chancenlos (3:3), während Kiesbye nach vier Stunden ausgeglichener Spielgestaltung gewahr werden musste, dass seine Bauernstellung eine Schwäche aufwies, die sein Gegner nach zähem Endspiel für sich zum Sieg nutzen konnte (3:4). Zuletzt musste noch Olaf Zeuch nach fast fünf Stunden an Brett 2 die Waffen strecken, nachdem er im Mittelspiel - in der Hoffnung auf eine verheißungsvolle Angriffsstellung - einen seiner Läufer gegen zwei Bauern opferte. Seine kundige Gegnerin widerlegte ihm dies zum Ende des Spiels, denn sie konnte ihren Läufervorteil derart nutzen, dass sie nach Abtausch aller sonstigen Figuren auch noch einen Freibauern auf der h-Linie zur Dame - und somit zum Sieg -führen konnte (3:5-Endstand).

Diese Niederlage steht wieder auf der Negativseite der Mannschaftsleistungen. Positiv gilt zu vermerken, dass wir mit Gerd Libuda einen zu Beginn der Saison neu in unsere Mannschaft hinzu gekommenen Spieler haben, der nach dem nunmehr vierten Mannschaftskampf mit 2½ Punkten zum erfolgreichsten Mannschaftsspieler avanciert ist. Dicht auf den Fersen sind ihm mit jeweils zwei Punkten unsere beiden "Dieters" (Eigenberz / Löwenstrom). Also: Wenn es am 5. Februar auf die Insel Föhr geht, wo uns der Wyker TB erwartet, wissen wir, dass auch hoffnungsvolle Potentiale in der Mannschaft schlummern: Mögen wir sie in uns allen wecken!"

 

Verpasste Gelegenheit ...

In der 4. Runde der Verbandsliga Nord kam es zum Spitzenduell der beiden Aufstiegs-Favoriten: Unsere "Erste" trat in Kiel gegen die "Zweite" der SG Turm Kiel an, um mit dem erhofften Mannschaftssieg einen großen Schritt nach vorn für den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga Schleswig-Holstein zu tun. Schließlich sollte der etwas unglückliche Abstieg im Vorjahr nur ein "Betriebsunfall" bleiben.

Es begann aus unserer Sicht sehr erfreulich, da schon vor Ablauf der dritten Stunde die 1:0-Führung gelang. Am 5. Brett überspielte Edmund Lomer - unser Ehrenvorsitzender und Senior der Mannschaft - mit den weißen Steinen seinen Gegner Wolfgang Romischke und ließ ihm keine Chance. Bald darauf erreichten Manfred Homuth am Spitzenbrett gegen Hartmut Winkelmann sowie Kai Krüger an Brett 3 gegen Eckart Böhm jeweils mit Weiß ein sicheres Remis (2:1). Auch nach vier Stunden standen alle noch laufenden Partien aussichtsreich; der fein herausgespielte Sieg von Gerd Bernhardt (Brett 7) gegen Henrik Rulofs (3:1) sowie das sichere Remis mit Schwarz von Ulrich Bußmeier (Brett 8) gegen Roland Drewek ließ schon etwas Vorfreude aufkommen (3½:1½). Auch Rolf Möller hatte mit Schwarz am 6. Brett gegen Michail Berenstein keinerlei Probleme, den Remishafen zu erreichen: Der Zwischenstand lautete nun 4:2 für unsere Mannschaft.

Dann aber wurde es doch noch unerwartet spannend. Matthias Braun (Brett 4) und Enrique Ruiz Hampel (Brett 2), die beide mit Schwarz zunächst ein gutes Spiel machten und auch Vorteile hatten, kamen in der Schlussphase ihrer Partien plötzlich ins Schwimmen. Juriy Krasyk startete urplötzlich - eine Nachlässigkeit ausnutzend - gegen Ruiz ein Feuerwerk mit seinen Figuren, eroberte schließlich die Dame und verkürzte auf 4:3. Matthias Braun kam gegen Bernd Hansen im Endspiel von der Erfolgsspur ab und eine kluge Riposte seines Gegners bescherte diesem den vollen Punkt zum 4:4. 

So war das unentschiedene Endergebnis für das unser Team eine nicht mehr erwartete Enttäuschung. Noch aber sind 5 Runden zu spielen und der Aufstieg ist noch keinesfalls vergeben, denn unsere Mannschaft "überwintert" auf Platz 2 mit einem Brettpunkt Vorsprung vor der SV VHS Rendsburg.

... und dritte Niederlage  

Am 3. Advent musste unsere 2. Mannschaft in Husum gegen die 2. Mannschaft des Husumer SV antreten. Nach der langen Anreise gab es leider einen ersten raschen Verlustpunkt an Brett 8: Christian Tuckermann verlor durch ein Schachgebot seinen Turm und dadurch auch seine Partie (0:1). Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Dieter Löwenstrom um ein Remis und hatte auch realistische Chancen, doch im Endspiel musste er einen Bauern hergeben und wenig später war die drohende Umwandlung dieses Bauern nicht mehr zu parieren (0:2). Nur wenig später war es auch für Alexander Koch am Spitzenbrett geschehen: Sein anfänglicher Vorteil im Mittelspiel erwies sich als nicht dauerhaft, seine Königsstellung geriet unter Druck und schließlich sah er sich einem unparierbaren Matt ausgesetzt (0:3).

Fast eine Stunde später gab es einen ersten Lichtblick. Gerd Libuda hatte an Brett 7 einen schön heraus gespielten Sieg errungen. Im Endspiel konnte er ein Abzugsschach mit dem Turm geben, was den Damenverlust für den Gegner bedeutet hätte, worauf dieser aufgab (1:3). Zeitgleich konnte Zeuch seine Stellung an Brett 2 nicht mehr halten, denn – nachdem er lang rochiert hatte - gelang dem Gegner ein starker Angriff mit Bauern, Turm und Dame gegen die empfindliche Rochadestellung, was schließlich in einem Mattnetz endete (1:4).

Nun hätten alle drei noch ausstehenden Partien gewonnen werden müssen, um zumindest eine Niederlage abzuwenden; dies war jedoch unmöglich, was als nächster Holger Hogreve an Brett 5 erkennen musste. Er hatte sich während der gesamten Partie gut entwickelt und zwei Bauern des Gegners erobert. Doch sein jugendlicher Gegner konfrontierte ihn mit einer Mattdrohung, die Hogreve nur kurzzeitig und letztlich vergeblich mit der Opferung von Dame und Turm parieren konnte (1:5).

Damit war unsere Niederlage besiegelt, an den nun noch gespielten Brettern zeichneten sich jedoch der Ergebniskosmetik dienliche Zählergewinne ab. An Brett 3 ließ Hanfried Kiesbye hoffen, der im Mittelspiel einen Läufer gewonnen hatte. Im Endspiel ließ sich dieser Materialvorteil aber nicht gegen einen bedrohlichen Freibauern seines Gegners durchsetzen, so dass die Partie in ein Remis mündete (5½:1½). Als Letzter spielte Dieter Eigenberz an Brett 6. Nach entgegengesetzten Rochaden griff Eigenberz zielstrebig den gegnerischen König an und eroberte im Laufe der Angriffshandlungen zwei Bauern, die er sicher ins Endspiel rettete und trotz hartnäckiger Gegenwehr zum Gewinn führte (2½:5½).

Der Adventsbesuch in Husum war zwar durch diese deutliche Niederlage getrübt, zumal wir im dritten Kampf zum dritten Mal verloren haben und deshalb den letzten Platz in der Tabelle einnehmen. Aber vier Kämpfe liegen noch vor uns und lassen alle Möglichkeiten offen.

 

Inselschach

- ein Bericht von Claus Langmann -

Eigentlich wollte ich im November zu einem Turnier in Alkersum auf der schönen Insel Föhr. Aber dieses Turnier wurde abgesagt und so suchte ich nach einem Ersatz. Bei meinen Recherchen fiel mir eine andere Insel auf: Malta. Wärme und Sonne garantiert, aber zunächst schreckten mich die vermutlich doch wohl deutlich höheren Kosten. Aber da hatte ich mich geirrt: Hin- und Rückflug – überwiegend mit Lufthansa – war für 206 € zu haben und Übernachtung und Frühstück im 4-Sterne-Hotel des Spiellokals schlug mit nur 20,75 € zu Buche (allerdings hat das Hotel seine vier Sterne nicht verdient). Summa summarum kam die Reise somit nicht viel teurer als der ursprünglich geplante Ausflug nach Föhr.

Blick von einem Parkplatz in Valletta nach SliemaDie Flieger brachten mich am 19. November über Zürich nach Malta, ein Bus dann spät abends nahezu vor die Tür meines Hotels Topaz in Bugibba. Am nächsten Morgen hatte ich reichlich Zeit, um mir vor Turnierbeginn meine nähere Umgebung an der Nordküste von Malta anzusehen. Das allerdings geriet zum Schock: Die Küste war völlig verbaut, die Häuser ohne erkennbare Architektur und dicht an dicht. Dieser Eindruck änderte sich an späteren Tagen leider nicht. In der Hauptstadt Valletta und Umgebung herrscht ein ungebrochener Bauboom. Das produziert Bausünden - stillose Hochhäuser bis zu 20 Stockwerken - und führt auch dazu, dass etwa 30.000 leere Wohnungen ihre Käufer oder Mieter suchen. Etwa 3 Millionen Touristen – ganz überwiegend aus England - müssen auf dieser kleinen Insel (mit 316 qkm kleiner als Bremen!) jährlich untergebracht werden, bei einer Einwohnerzahl von wenig mehr als 400.000 sind Missstände vorhersehbar.

Zu dem Turnier hatten sich 124 Spieler aus 22 Nationen eingefunden, davon 7 Großmeister und 13 Internationale Meister. Ich war an Platz 65 gesetzt und versuchte nun in den folgenden Tagen, mein mir selbst gesetztes 50%-Soll zu erfüllen. Wie die Auslosung so will, musste – oder besser durfte ich in den folgenden neun Partien fünf Mal gegen Spieler aus Malta spielen, ich hatte sozusagen gegen die maltesische Nationalmannschaft anzutreten. Zwei dieser Spieler waren allerdings anderer, nämlich belgischer und deutscher Nationalität. Sie waren durch ihre Berufe auf Malta gelandet und wurden dort Mitglieder des einzigen Schachklubs von Malta mit etwa 60 bis 70 Spielern. Am Ende konnte ich mich darüber freuen, dass ich gegen die maltesische Übermacht mit 50% der Punkte bestehen konnte, nur gegen ihren Spitzenspieler Colin Pace (ELO 2152) zog ich den Kürzeren.

In der 6. Runde erlebte ich ein wunderbares Beispiel maltesischer Schauspielkunst. In der nebenstehenden Stellung zog mein Gegner zuletzt 26. Df3-e2 und kaum hatte er seine Dame losgelassen, zog über sein Gesicht ein Ausdruck erschreckten, gleichwohl versteckten Entsetzens. Er wollte mich dadurch zur Gabel 26. ... d3 verführen, die allerdings mit 27. T:d3 L:b2 28. De3 unnötige Komplikationen produziert hätte. Ich durchschaute die böse Absicht, zog 26. ... Dd5 und empfing ihn, als er ans Brett zurückkehrte, mit den Worten: "You are an excellent actor". Die Partie verdarb ich allerdings später doch noch zum Remis.

Am letzten Spieltag waren zwei Partien angesetzt und ich erschien "pünktlich" um 10 vor 10 im Spielsaal und – erstarrte. Vor mir saßen 123 Spieler an ihren Brettern und grübelten über ihre Züge! Ich hatte es nicht mitbekommen, dass der Spielbeginn an diesem Tag um eine Stunde vorverlegt war. Nach den Regeln – 30 Minuten Karenzzeit waren festgelegt – hatte ich verloren. Mein maltesischer Gegner Ron Sammut erklärte sich gleichwohl bereit zu spielen und so begann ich dann meine Partie mit einer um 50 Minuten verkürzten Bedenkzeit. Fortwährend bewegte mich nun der Gedanke, dass ich gegen einen derart fairen Gegner unmöglich auf Sieg spielen könne. Dann fiel mir eine Lösung ein: In einer schon etwas besser stehenden Stellung um den 15. Zug herum bot ich ihm remis an. Als er das ablehnte, fühlte ich mich befreit, auf Gewinn zu spielen, was mir schließlich auch gelang. Ich hatte damit meine gewünschten 50% erreicht und verabschiedete meinen Gegner mit den Worten: "You are a gentleman!". - Ich war nicht allzu traurig, als ich in der letzten Runde gegen einen Moskowiter verlor. Das ergab Platz 75.

Das faire Verhalten meines Gegners bewog mich, beim Schiedsrichter und beim Veranstalter vorstellig zu werden und anzuregen, meinen Gegner durch einen Sonderpreis zu ehren. Der Vorschlag wurde einhellig begrüßt – aber bei der am selben Tag stattfindenden Siegerehrung leider vergessen.

Den Sieger muss ich natürlich auch noch benennen: Mit 7½ Punkten siegte GM Stellan Brynell aus Schweden vor weiteren sechs Titelträgern mit 7 Punkten.

Sogar beim Rückflug von München nach Hamburg hatte ich noch schachliche Erlebnisse. Als Lektüre genoss ich das Zeit-Magazin und stieß dort auf die nebenstehende Aufgabe: Weiß zieht und hält remis. Nicht schwer, aber überraschend und amüsant. Ein gutes Ende meiner Inselreise. 

 

Lomer und Geruschkat als "Weltmeister"

Am vergangenen Montag waren Edmund Lomer und Bruno Geruschkat auf der Bühne des "Carls Showpalastes" zu bewundern. Aber auch für dieses einmalige Erlebnis gibt es einen guten Grund: Die Heimatgemeinschaft Eckernförde hatte am 05.12.11 zu einem Abend zum Thema "Spiele und Spielzeug – einst und jetzt" eingeladen und Dr. Mehl - der Organisator der Veranstaltung – hatte unsere beiden Protagonisten eingeladen, bei dieser Gelegenheit unser königliches Spiel vorzustellen. Es wurde ein abwechslungsreicher Abend vor etwa 80 Zuschauern. Eingerahmt von themenbezogenen Lesungen, von einer einschlägigen Bilderschau und von verschiedenen Vorführungen stellten Lomer und Geruschkat als die beiden Weltmeister Aljechin und Lasker die entscheidende Phase ihrer 1934 in Zürich gespielten Partie vor. An einem normalen Turnierbrett sitzend, wurden Stellung und Züge durch eine Videokamera auf eine Großleinwand übertragen. Zum guten Abschluss bot "Weltmeister Aljechin" seinem Kontrahenten ein Glas Wasser an – geschichtlich korrekt wäre es besser ein Wasserglas Kognak gewesen. Die Lichtverhältnisse waren für die Übertragung nicht optimal, aber nachdem Dr. Mehl Lomer versichert hatte, dass die Darbietung gut zu sehen gewesen sei und er sie auch verstanden hätte, war der Erfolg dieses Teils der Veranstaltung gesichert.

Es ging um die oben stehende Stellung. Der geneigte Leser möge die weltmeisterlichen Gedankengänge nachempfinden. Aljechin als Weißer am Zuge gewinnt die Partie durch einen fulminanten Schlussangriff (der letzte Zug 24. ... f7-f6 war ein entscheidender Fehler). Lasker gab zwei Züge nach der Diagrammstellung aus guten Gründen auf.

Unsere Erste: Ab in Richtung Spitze

Am 3. Spieltag ließ unsere 1. Mannschaft nichts anbrennen und hat die Verfolgung vom Turm Kiel II aufgenommen, unserem kommenden Gegner am 4. Spieltag. Diesmal mussten wir nicht nur den Aquarianern, sondern zudem einem Landeskongress der SPD-Damen ausweichen – das bedeutete: ab nach oben links in die Ecke. Der Wettkampf konnte erst mal aber nicht so schnell beginnen. Ein "sehr sehr" guter Spieler von uns wollte noch einmal frische Luft schnappen und öffnete die Tür links vom Klo im ersten Stock. Was dann kam, hätte selbst Antony Perkins in "Psycho" vor dem Duschvorhang verharren lassen. So laut, so laut … aaah, die Ohren! Erste Damen von unten fragten besorgt, ob es uns noch gut gehe – wir verstanden das erst nach dreimaligem Nachfragen. Schließlich kam etwa 15 Minuten später ein sichtlich steif lächelnder – aber dennoch wie immer sehr freundlicher – Leiter der AWO-Eckernförde und stellte den vom Notausgang ausgelösten Alarm aus. Oh wie peinlich …

Die Schachfreunde aus Holtenau kämpften zäh mit 7 Mann, mussten am Ende aber nachgeben. Schon Ulrich Bußmeiers kampflosem Punkt am 8. Brett mussten die Holtenauer eine ganze Weile hinterher laufen. Kai Karl Krüger zog sich am 3. Brett mit den schwarzen Steinen nach drei Schachs in den ersten 10 Zügen gegen sich und einem frühen Damentausch auf d8 nach knapp über zwei Stunden relativ schnell mit einem Remis aus dem aktiven Spielbetrieb (1½:½). Enrique Ruiz Hampel am 2. Brett folgte gleichfalls mit einem Remis etwa eine Stunde später, nachdem sein Angriff gegen den nach f8 flüchtenden schwarzen König abebbte (2:1). Dieser Vorsprung war nicht gefährdet. Rolf Möller hatte am 5. Brett bequem zwei Bauern Vorsprung und gab davon einen zurück, um im Zentrum auf halbrechts zwei verbundene Freibauern in Gang zu bringen. Eduard Wiederkehr stand am 6. Brett vielleicht etwas schlechter, aber das gab wie stets bei ihm eigentlich nur Anlass zur Zuversicht. Manfred Homuth entwickelte am 1. Brett eine "sehr sehr" gute Stellung, während Hanfried Kiesbye am 7. Brett bei seiner Premiere in der ersten Mannschaft mit den schwarzen Steinen sehr gut und zäh verteidigte. Matthias Braun hatte am 4. Brett eine bessere Stellung erwirtschaftet und wartete nach Remisangebot seines Gegners zwischenzeitlich etwa 20 Minuten die weitere Entwicklung ab. So zog sich der Wettkampf hin.

Rolf Möller baute seinen Vorteil zum Sieg aus (3:1), während unser "sehr sehr" guter Spieler in eine sehr unklare, offene Stellung geriet, in der der ursprüngliche Vorteil verschwand. Er nahm lieber das Remis, da wir schon mit 2 Punkten vorn lagen (3½:1½). Und Matthias Braun wartete auch nach dem zweiten Remisangebot seines Gegners ab, wie es bei Eduard Wiederkehr lief. Dort war es unübersichtlich. Eduards Gegner griff den gefesselten Läufer im Turm/Läufer-Endspiel mit einem Bauern an. Kein Problem für Eduard. Die Türme seitlich links in Stellung – und ausschwärmen, der andere hat auch einen Läufer… Irgendwie - aber das ist ja nicht neu, findet sich taktisch über 5, 6, 7 Züge immer ein Weg für Eduard, um in ein Turmendspiel mit Mehrbauer abzuwickeln. Völlig sicher, dass das nicht verloren gehen konnte, nahm Matthias das Remis am 4. Brett an, uiuiui, dabei war das Remisangebot seines Gegners nicht mehr gerechtfertigt (4:2). Und Eduard gewann auch noch (5:2). Hanfried Kiesbye musste nach langem Kampf als letzter die Segel streichen, sodass wir mit einem 5:3 sicher gewonnen hatten. Jetzt sind wir schon Zweiter in der Tabelle der Verbandsliga, und der Erste – Turm Kiel II – erwartet uns im Dezember.

Gewinnen wir dort, stehen uns alle Türen offen!  

Unsere Zweite: Ab in die andere Richtung ?

Am selben Tag hatte unsere "Zweite" die 3. Mannschaft des Flensburger Schachklubs zu Gast. Dabei war - im angenehmen Sinne - auffällig, dass fünf der acht angereisten Spieler Jugendliche im Alter zwischen ca. 11 und 16 Jahren waren, die - wie sich zeigen sollte - uns sehr zu schaffen machten (sie erzielten 2½ der möglichen 5 Punkte!)

Der Wettkampf begann verheißungsvoll: Schon nach 45 Minuten hatte Christian Tuckermann an Brett 8 seinen Gegner besiegt, nachdem er ihn in ein zweizügiges Matt am Königsflügel verwickelt hatte (1:0). Eine weitere dreiviertel Stunde später war es Gerd Libuda an Brett 7, der einen halben Zähler erkämpfen konnte, denn er und sein Gegner hatten es immer wieder geschafft, ausgeglichene Stellungen aufs Brett zu bringen (1½:½). Leider gab es kurz danach einen ersten Wermutstropfen, als Bruno Geruschkat (Brett 3) gegen seinen jugendlichen Gegner aufgrund zu großen Materialverlustes die Waffen strecken musste (1½:1½). Eine weitere halbe Stunde später einigten sich auch Holger Hogreve (Brett 5) sowie Alexander Koch (Brett 1) mit ihren jeweiligen Gegnern auf eine Punkteteilung. Koch musste sich mit einem Springer gegen drei Mehrbauern des Gegners auf dem Königsflügel erwehren, hätte aber ein starkes Gegenspiel gegen dessen Damenbauern entwickeln können, so dass dieser seine Kräfte immer auch auf diesen Unruheherd konzentrieren musste und daher das Remis einer unklaren Partiefortsetzung vorzog (2:2). Hogreve geriet nie in Gefahr, konnte aber auch seinerseits keine entscheidenden, Sieg bringenden Akzente setzen. Sein halber Punkt ließ die Mannschaft weiter auf einen zumindest ausgeglichenen Ausgang der Begegnung hoffen (2½:2½). Nach dreieinhalb Stunden konnte sich Dieter Löwenstroms Erfahrung gegen seinen jugendlichen Gegner durchsetzen, letzterer konnte eine in naher Zukunft drohende Bauernumwandlung nicht parieren (3½:2½). Die Freude über die somit erkämpfte Führung währte leider nur kurz, da Dieter Eigenberz die Aussichtslosigkeit seiner Endspielsituation einsehen musste. Im Mittelspiel war er noch im Vorteil gewesen, aber seine Stellung krankte in einer entscheidenden Phase daran, dass sein König kein Luftloch auf der Grundlinie hatte. Dadurch verlor er einen Läufer und somit auch die Partie (3½:3½).

Nun musste Zeuch, der die ganze Zeit aufgrund der unklaren Ergebnislage alles "auf Sieg" setzte und dabei auch reichlich viel riskierte, um seinem Gegenüber wenigstens einen halben Punkt abzunehmen, seine Partie zu einem positiven Ende führen. Doch ein Springeropfer im Mittelspiel gegen einen gegnerischen Bauern im Zentrum sorgte nicht für den erhofften Figurensturm auf den am Königsflügel ziemlich offen stehenden schwarzen Monarchen. Der älteste mitgereiste Flensburger Jugendliche verstand es, seinen Vorteil ins Endspiel zu retten und dort weitere Bauern zu erobern. Dies bewog Zeuch dann zur Aufgabe, womit die knappe Niederlage mit 3½:4½ besiegelt wurde.

An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an die freundliche wie spielstarke Nachwuchsmannschaft aus Flensburg, der noch weitere Erfolge in dieser Saison sehr zu gönnen sind.

Für unsere "Zweite" geht es am 11. Dezember nach Husum, wo die dortige "Zweite" auf uns wartet. Möge sich der Status der "Grauen Stadt am Meer" nicht auf uns in Form eines "grauenvollen" Spielergebnisses übertragen.

 

Edmund Lomer in Berlin

Auch in diesem Jahr war unser Ehrenvorsitzender Edmund Lomer zu Gast bei dem "Politikerturnier" in Berlin. Hier folgt sein Bericht:

"Schach verbindet alle politische Ebenen - das zeigte sich auch in diesem Jahr beim traditionellen Politiker-Schachturnier, das an einem sonnigen Novembertag in Berlin ausgetragen wurde. Schauplatz war das Quadriga-Forum am Werderschen Markt im Zentrum der Bundeshauptstadt. Beim 21. Turnier waren 46 Teilnehmer aus dem politischen und diplomatischem Bereich aus allen Teilen Deutschlands gekommen, um in 7 Runden um Sieg und Punkte zu spielen. Diesmal fehlte allerdings die ganz große Prominenz, aber dennoch war das Feld sehr stark besetzt.

Schleswig-Holstein war mit dem CDU-Ratsherrn Edmund Lomer (Eckernförde) sowie dem ehemaligen Essener Ratsherrn Gerhard Meiwald (Heide) gut vertreten. Das Turnier wurde im Schweizer System ausgetragen mit einer sehr besonderen Zeitgestaltung, durch die die Spielstärkeunterschiede ausgeglichen werden sollten. In der 4. Runde hatte Lomer zunächst Probleme beim Ausfüllen des Partieformulars: Der Name seines ursprünglich ausgelosten Gegners - des Botschaftsangehörigen Battuvshin Chuluunbaatar - machte ihm einige Schwierigkeiten. Sie lösten sich aber, da eine erneute Auslosung notwendig wurde, die einen Gegner mit einem umgänglicheren Namen erbrachte.

Turniersieger wurde Dr. Dirk Jordan (Dresden) mit 6½ Punkten vor Rainer Dambach (Pasewalk) und dem Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz (je 5½ Punkte). Edmund Lomer erreichte nach verhaltenem Start durch einen überzeugenden Sieg in der Schlußrunde gegen Josef König (Rottal) mit 5 Punkten aus 7 Partien den 4. bis 7. Platz. Gerhard Meiwald belegte mit 3 Zählern Platz 29.

Im Gegensatz zu dem in der Presse bekanntgewordenen Stellungsbild aus der Partie Helmut Schmidt gegen Peer Steinbrück standen bei diesem Turnier alle Bretter richtig.

Ein Bankett mit Gelegenheit zu interessanten Gesprächen gab der besonderen Schachveranstaltung einen ansprechenden Rahmen."

Einen ausführlichen und auch bebilderten Bericht finden Sie in der Dezemberausgabe des Schachmagazins (S. 24 ff). Sie finden dort auch Edmund Lomers Namenszug - zusammen mit denen der übrigen Teilnehmer - auf einem Schachbrett auf dem Feld d6.